Als ersten Schritt entschlossen wir uns dazu, alle beteiligten Abgeordneten anzuschreiben. Zum einen, um uns bei denen zu bedanken, die sich gegen eine Verlängerung ausgesprochen haben und zum anderen, um denjenigen, die sich dafür ausgesprochen haben unsere Abscheu und  Missfallen kundzutun. Im Folgenden der Wortlaut der zwei  Briefe, beide verfasst unter dem Namen „Die Bewegung Herz & Verstand des Tierschutzvereins Düsseldorf“. Dieser Name soll Programm sein, damit wir für die Tiere etwas erreichen, und nicht zwei Jahre tatenlos zuschauen.

Das Schreiben an die 142 Abgeordneten, die gegen die Verlängerung gestimmt haben im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 29.11.2018 haben Sie bei der Abstimmung TOP 11a.2./3., Beratung des von der Fraktion der CDU/CSU und der SPD eingebrachten Antrags eines vierten Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes, gegen die zweijährige Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration gestimmt.

Dafür sprechen wir Ihnen unseren größten Respekt aus, und bedanken uns von ganzem Herzen.

Sie haben ein Zeichen gesetzt, dafür, dass es auch in der Politik noch Menschen gibt, die eine eigene Meinung haben, durchdacht und verantwortungsbewusst. Und den Anstand, sich für die Schwächsten einzusetzen. Wohltuend abweichend vom Mainstream, der auch in ihren Reihen, offenbar blind für Gut und Böse, hastig und gierig möglichen eigenen Interessen hinterher jagt.

Bitte bleiben Sie weiterhin kritisch, und lassen Sie sich nicht beirren.

Mit den besten Grüßen

Die Bewegung Herz & Verstand des Tierschutzvereins Düsseldorf

An die Abgeordneten die für die Verlängerung gestimmt haben ging folgendes Schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Am 29.11.2018 haben Sie bei der Abstimmung TOP 11a.2/3. Beratung des von der Fraktion der DDU/CSU und SPD eingebrachten Antrag eine vierten Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes für eine Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration gestimmt

Obwohl Sie wussten, dass es sich hierbei um eine bestialische Tierquälerei handelt. Obwohl es bereits drei praktikable Alternativen gibt. Obwohl Sie damit gegen das Grundgesetz verstoßen haben. Obwohl Sie sich damit gegen den Willen von 87% der Bevölkerung gestellt haben. Obwohl nur 3-5% der Eber den beanstandeten Geruch aufweisen und vor der Schlachtung aussortiert werden können.

Das bedeutet millionenfache Barbarei und Folter für die Tierkinder ohne jeden Sinn.

Eine derartige Haltung erwartet die deutsche Bevölkerung in aller Regel nicht von ihren Vertretern im Bundestag. Die Art und Weise wie die Abstimmung durchgeführt wurde, am Abend, ohne Anhörung von Spezialisten, die sich bekanntlich in hoher Zahl dagegen ausgesprochen hatten, ohne Anhörung der Tierschutzverbände, mutet sehr seltsam an. Ein Skandal, der dem Parlament Schaden zufügt.

Für die Wähler bedeutet das wieder mal eine Enttäuschung und einen Vertrauensverlust.

Der deutsche Abgeordnete ist laut Grundgesetz nur seinem Gewissen verpflichtet. Wo ist das Ihre geblieben?

Mit freundlichen Grüßen

Die Bewegung Herz & Verstand des Tierschutzvereins Düsseldorf