Steckbrief zu „Christen für Tiere“

Was ist „Christen für Tiere“?

„Christen für Tiere” ist eine Informationsquelle für alle Christen, die erfahren möchten, wie der Glaube und der Schutz der Tiere zusammengehören. Wir wollen Menschen zeigen, wie einfach es ist, die christlichen Prinzipien der Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Achtung vor dem Leben auch den Tieren zuteilwerden zu lassen. Das Leitbild von „Christen für Tiere“ orientiert sich dabei an dem in der Schöpfungsgeschichte zu Beginn grundgelegten und in Jesaja prophezeiten Schöpfungsfrieden: Handle so, dass der Zustand eines universalen Friedens zwischen Mensch, Tier und Natur erreicht werden kann.

Die Website Christen-fuer-Tiere.de bietet dafür Einblicke in biblisch-theologische Perspektiven, gibt Tipps für ein tierfreundliches Leben und informiert über aktuelle Geschehnisse, die für Christinnen und Christen besonders interessant sind.

Warum gibt es diese Kampagne?

Die Kampagne „Christen für Tiere“ möchte sowohl Christen als auch die Kirchen in Deutschland für das Thema Tierrechte sensibilisieren und aufzeigen, dass sich der Glaube und Schutz der Tiere nicht widersprechen, sondern vielmehr zusammengehören. Ein Blick in die Bibel zeigt: Die Tiere sind unsere Gefährten, die – genau wie wir – Teil der Schöpfung sind. Als Gott den Menschen nach seinem Abbild schuf, übertrug er uns damit auch die Pflicht, seine gesamte Schöpfung verantwortungsvoll zu leiten und vertraute die Natur und die Tiere unserer Fürsorge an. Dass wir Christen dieser Pflicht nur mäßig nachgekommen sind, zeigt sich in den Wunden unserer Zeit: Klimawandel, Naturkatastrophen und der Welthunger sind Konsequenzen unseres leichtfertigen und gedankenlosen Handelns. Und auch der Umgang mit unseren Mitgeschöpfen grenzt an ein Verbrechen an der Schöpfung. Jede „Nutzung“ von Tieren – sei es zur Nahrungsmittelerzeugung, für Bekleidung, Tierversuche oder zur Unterhaltung – widerspricht dem göttlichen Auftrag, ein guter Beschützer der Schöpfung zu sein.

Wie passen Tierrechte und Theologie zusammen?

Die Bibel scheint zunächst ein eindeutiges Bild zu zeichnen: Das Christentum wird vor allem mit dem sogenannten Herrschaftsauftrag und Tieropfern in Verbindung gebracht. Und auch das kirchlich niedergeschriebene und bis heute gültige Handbuch der Unterweisung in den Grundfragen des römisch-katholischen Glaubens, der katholische Katechismus, sieht die Nutzung von Tieren durch den Menschen in den Bereichen Ernährung, Kleidung, Medizin und Unterhaltung durch die Bibel und den christlichen Glauben legitimiert. Die Frage, warum die Tiere im Christentum einen so geringen Stellenwert einnehmen, erfährt jedoch angesichts der heutigen Missstände in der Tierwirtschaft zunehmend an Relevanz. Eine Religion, die für Barmherzigkeit, Achtung vor dem Leben und Nächstenliebe eintritt, muss sich auch mit der Frage nach dem Verhältnis zu unseren Mitgeschöpfen auseinandersetzen.

Unsere Kampagne „Christen für Tiere“ beschäftigt sich mit eben jener Frage und versucht – bibelnah und theologisch fundiert – ethische Leitlinien für ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier zu formulieren und lebbar zu machen.