Aus alten Zeiten

Ganz herzlichen Dank an das Stadtarchiv in Düsseldorf für die Übersendung des Briefkopfes aus dem Jahr 1908

Wenn diese Wände sprechen könnten…

 

Weißt du noch? Kannst du dich erinnern? So beginnen die Geschichten, die auch heute noch oft unter den Mitarbeitern, die teilweise seit über 20 Jahren beim Tierschutzverein beschäftigt sind erzählt werden.
So unendlich viele Pfoten haben das Gelände des Tierheims auf der Rüdigerstrasse in Düsseldorf Rath im Laufe der Jahrzehnte schon betreten und genauso viele, abgeholt von einem überglücklichen Besitzer oder aber auch auf dem Weg in ein neues, oftmals besseres Leben wieder verlassen.
Auch die zum Teil über 60 Jahre alten Gebäude des Tierheims im Düsseldorfer Norden direkt unterhalb des Rather Waldstadions haben viel zu erzählen.

Auf gut 10000 qm verteilen sich heute die Unterkünfte für die Tiere, die von ihren Besitzern ausgesetzt oder nicht mehr gewollt, auf ein neues Zuhause warten.
Begonnen hat es alles nach dem Ende des 2ten Weltkrieges. Zwar wurde der Tierschutzverein, damals noch unter dem Namen Fauna, bereits im Jahr 1873 gegründet, hatte aber bis dato noch kein eigenes Gelände zur Verfügung um ein Tierheim errichten zu können. Dies änderte sich jedoch nachdem von der Stadt Düsseldorf das Gelände an der Rüdigerstrasse auf Erbpachtbasis zur Verfügung gestellt wurde. Die Namensgeberin des Tierheims, Frau Clara Vahrenholz hatte sich bereits während des Krieges einen Namen gemacht, da sie sich, im zerbombten Düsseldorf, um die herum irrenden Tiere kümmerte. Nach Kriegsende begann sie auf dem Gelände eines früheren Arbeitslagers Baracken so umzubauen, dass in ihnen herrenlose Tiere beherbergt werden konnten.
Nach und nach wurde nun, im Laufe der Jahrzehnte ein Tierheim erbaut, welches heute mit Fug und Recht von sich behaupten kann, eines der schönsten bundesweit zu sein. Aber auch die Ursprünge sind noch in Teilen vorhanden. So sind das Stallgebäude und das Bürogebäude noch Zeugen dieser Zeit.

Waren die Hunde ursprünglich einmal in alten Baracken auf Stroh untergebracht, haben sie heute geräumige Innen-und Außenzwinger. Hell und freundlich, mit Fußbodenheizung ausgestattet und mit möglichst viel Platz warten im Schnitt 90 Hunde auf ein neues Zuhause. Die 4 Hundehäuser und die dazugehörige Futterküche wurden in den Jahren 2008 bis 2011 erbaut und sind damit die jüngsten Gebäude.

Bereits gute 10 Jahre vorher, im Jahr 1997 wurde das neue Katzenhaus eingeweiht. Vorher waren die Katzen in verschiedenen zum Teil doch sehr provisorischen Gebäuden auf dem gesamten Tierheimgelände verteilt. Jetzt leben sie alle zusammen unter einem Dach, aufgeteilt in den verschiedenen Kranken-Quarantäne- und Vermittlungsräumen.
Im Rahmen des Umzuges fanden auch die Kleintiere im ehemaligen, von den Mitarbeitern in den 80iger Jahren selbst erbauten Katzenvermittlungshaus eine neue und wesentlich zeitgemäßere Unterbringungsmöglichkeit. Ein Trakt im Katzenhaus wurde gleichzeitig bis zum Herbst letzten Jahres als Kleintierquarantäne genutzt. Im Sommer diesen Jahres wir es nun für die Kleintiere neue Gehege geben, in denen sie artgerecht untergebracht werden können.
Auch für unsere Vögel wird es in näherer Zukunft ein neues Zuhause auf dem Tierheimgelände geben.


Verantwortlich für die  Tiere sind 35 Tierpflegerinnen und Tierpfleger, 3 Tierärztinnen,]2 Tierarzthelferin und eine Hundetrainerin.
Ungezählt sind dagegen die vielen unermüdlichen ehrenamtlichen Helfer, die Tag täglich zu uns kommen und entweder mit den Hunden im nahegelegenen Aaper Wald spazieren gehen oder sich um die samtpfötigen Bewohner des Katzenhauses kümmern.

An 365 Tagen im Jahr sind wir für unsere Tiere da, denn sie kennen keine Sonn- oder Feiertage sondern haben jeden Tag ein Anrecht auf bestmögliche Versorgung. Wir sind alles was ihnen geblieben ist auf ihrem Weg in eine neues Zuhause.
Kommen Sie uns und unsere Tiere doch einmal besuchen und schauen sich bei uns um. Dann werden sie verstehen können, weshalb so viele Geschichten mit einem „Weißt du noch? Kannst du dich erinnern?“ beginnen.

Wir freuen uns auf Sie!