08.05.2018: Beginn der Zeckenzeit: Füchse als Verbündete im Kampf gegen die Borreliose!

Mit den warmen Temperaturen der letzten Wochen hat die Zeckenzeit begonnen – und damit auch das Risiko, sich durch den Biss der kleinen Spinnentiere mit ernsten Erkrankungen wie der Lyme-Borreliose zu infizieren. Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen jedoch, dass unser wertvollster Verbündeter im Kampf gegen die Borreliose vermutlich der Fuchs ist. <bitte hier den Namen Ihrer Organisation einsetzen> fordert daher als Teil einer bundesweiten Allianz von Natur- und Tierschutzorganisationen dazu auf, die Bejagung von Füchsen zu stoppen.

Die Lyme-Borreliose ist in Europa die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit; mehr als 200.000 Menschen infizieren sich jedes Jahr damit. Die Erkrankung wird von Bakterien verursacht und äußert sich im Frühstadium nur durch Rötungen um den Zeckenbiss sowie leichte Allgemeinsymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen. Breiten sich die Erreger im Körper aus, können sie zu Herzproblemen, bleibenden Organschäden und schweren chronischen Symptomen führen. Bis heute gibt es – anders als etwa bei der ebenfalls von Zecken übertragenen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) - keinen Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose.

Mehr Füchse – weniger Borreliose-Erreger

Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen, dass unsere wertvollsten Verbündeten bei der Bekämpfung dieser ernsten Infektionskrankheit Beutegreifer sind, die sich von Mäusen ernähren – allen voran der Rotfuchs. Der niederländische Biologe Hofmeester* verglich 20 Waldgebiete mit unterschiedlichen Populationsdichten von Beutegreifern wie Füchsen und Mardern. Seine höchst interessante Erkenntnis: In Gebieten, in denen viele Füchse lebten, trugen weitaus weniger Zecken Erreger der Lyme-Borreliose in sich.

Als Grund dafür identifizierte er den Einfluss der Beutegreifer auf das Verhalten von Mäusen, die als Hauptreservoir des Borreliose-Erregers gelten. Wo es genügend Beutegreifer gibt, halten Mäuse sich häufiger im Verborgenen auf und werden so seltener von Zeckenlarven befallen. Dadurch kann die Borreliose sich schlechter in der Mäusepopulation verbreiten, Zecken nehmen den Erreger seltener auf, und die Übertragungswahrscheinlichkeit auf den Menschen sinkt. Der Schutz von Füchsen trägt also dazu bei, Menschen, aber auch Haus- und andere Wildtiere vor von Zecken übertragenen Krankheiten zu schützen!

Forscher regen Schonung von Füchsen an

Die Autoren der in den renommierten britischen “Proceedings of the Royal Society of Biological Sciences” veröffentlichten Studie regen daher an, unser Verhältnis zu Beutegreifern wie dem Rotfuchs zu überdenken. Gerade Füchse würden in nahezu ganz Europa intensiv bejagt, statt sie als Verbündete im Kampf gegen Krankheiten zu würdigen und zu schützen.

Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von 60 deutschen Tier- und Naturschutzverbänden, schließt sich dieser Einschätzung an: „Für die Verfolgung des Rotfuchses gibt es keinen vernünftigen Grund“, so Daniel Peller, einer der Initiatoren des Bündnisses. „im Gegenteil: Wie wir aus fuchsjagdfreien Gebieten wissen, profitiert die Natur vom Schutz dieser sozialen und intelligenten Beutegreifer. Dass sie uns beim Kampf gegen die Borreliose helfen, ist ein weiteres Argument dafür, die oftmals tierquälerische Bejagung des Fuchses zu beenden.“

17.04.2018: Tier- und Naturschützer protestieren gegen die Jagd auf Fuchswelpen

Derzeit sind viele Wildtiere damit beschäftigt, ihren Nachwuchs aufzuziehen – darunter auch der Rotfuchs. Fuchs und Füchsin beteiligen sich beide daran; das Spiel der Fuchskinder vor dem Bau ist für Naturfreunde ein wunderschöner Anblick. Doch die Idylle wird allzu oft mit Flinte und Fallen auf grausame Weise zerstört: Jungfüchse werden in Deutschland ganzjährig bejagt. Das Aktionsbündnis Fuchs, ein Zusammenschluss von mehr als 60 deutscher Tier- und Naturschutzorganisationen, fordert ein Verbot der sinnlosen Jagd auf Füchse.

Fuchswelpen in der "Eberswalder Jungfuchsfalle", Bild: Jo Kurz

In etwa der Hälfte der deutschen Bundesländer haben Füchse keine festgelegte Schonzeit. Nur Elterntiere, die für die Aufzucht der Jungen erforderlich sind, werden durch §22 Abs. 4 des Bundesjagdgesetzes vor Nachstellungen geschützt. Der von den Jagdbehörden festgelegte Zeitraum richtet sich dabei jedoch nicht nach den tatsächlichen Aufzuchtzeiten – viele Weidmänner schießen daher schon im Juni, spätestens jedoch Anfang Juli wieder auf Füchse, obwohl die meisten Welpen zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht selbständig sind. Die jungen Füchse kommen dann oft qualvoll ums Leben.

Fuchswelpen werden in 12 von 16 Bundesländern ganzjährig getötet

Aber selbst dort, wo Füchse geregelte Schonzeiten haben, sind diese meist sehr kurz – und Fuchskinder sind in aller Regel ganz davon ausgenommen. In 12 von 16 Bundesländern dürfen Fuchswelpen das ganze Jahr über von Jägern getötet werden*!

Und davon wird reger Gebraucht gemacht: Viele Fuchswelpen werden bereits beim Spiel am elterlichen Bau mit Schrot erschossen; spezielle Drahtgitterfallen wie die „Eberswalder Jungfuchsfalle“ werden direkt am Bauausgang montiert, um die Welpen beim Verlassen des Baus einzufangen und sie anschließend zu erschießen oder zu erschlagen.

Kein „vernünftiger Grund“ für die Fuchsjagd

Die Jagdverbände behaupten, derartige Tötungsaktionen seien notwendig, um die Fuchspopulation zu „regulieren“. Wie wissenschaftliche Studien sowie Erfahrungen aus fuchsjagdfreien Gebieten zeigen, ist das vollkommener Unfug: Die Geburtenrate bei Füchsen regelt sich ohne menschliches Zutun durch soziale Mechanismen und Nahrungsangebot; wo die Fuchsjagd eingestellt wurde, nahm die Anzahl der Füchse nicht zu, sondern bliebt konstant.

Deutsche Tier- und Naturschützer fordern Ende der Fuchsjagd

Der Tierschutzverein Düsseldorf fordert daher im „Aktionsbündnis Fuchs“ gemeinsam mit bundesweit rund 60 weiteren deutschen Tier- und Naturschutzorganisationen, das grausame Fangen und Töten von Fuchswelpen sofort einzustellen. „Für die Jagd auf den Fuchs gibt es keinen vernünftigen Grund“, erläutert Dag Frommhold, einer der Initiatoren des Bündnisses. „Umso absurder ist es, dass gerade Fuchskinder in fast ganz Deutschland ganzjährig vollkommen legal getötet werden dürfen. Es wird höchste Zeit, dass die Politik sich nicht länger einseitig den Interessen der Jagdlobby beugt.“

*) Schonzeiten für Jungfüchse – wenn auch kurze – gibt es in Baden-Württemberg, Hessen, Berlin und dem Saarland

Eine ausführliche Darstellung des Themas sowie wissenschaftliche Nachweise finden Sie in den Erläuterungen und Quellenangaben des Aktionsbündnisses Fuchs.

 

 

Der Tierschutzverein Düsseldorf und Umgebung e.V. unterstützt das „Aktionsbündnis Fuchs“.

Das Bündnis setzt sich für ein Ende der Fuchsjagd ein und fordert die Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Christina Schluze-Föcking, mittels Petition auf die Füchse zu schützen.

Worum geht es?

54.971 Füchse wurden in den Jahren 2016 und 2017 in NRW von Jägern erschossen.

Zur Rechtfertigung wurde vorgebracht, dass Füchse Krankheiten übertragen und für den Rückgang ganzer Arten (z. B. diverse Bodenbrüter) verantwortlich sein könnten. Der Deutsche Jagdverband (DJV) erklärt z. B., dass am Boden brütende Vogelarten, wie Rebhuhn oder Kiebitz durch den sich ausbreitenden Fuchs als Art gefährdet seien. Auch die Angst vor der Tollwut-Übertragung auf Menschen wird geschürt.
Zu befürchten ist nun, dass besonders grausame Jagdformen wie die Bau- und Fallenjagd und die Abrichtung von Jagdhunden an lebenden Füchsen in NRW wieder erlaubt werden und noch mehr Füchse gequält  und getötet werden.


Warum ist die Jagd auf den Fuchs falsch?

Das Aktionsbündnis Fuchs hat klargestellt,  dass die Jagd auf Füchse nicht nur Schmerz und Tod für die Tiere bedeutet, sondern auch negative Konsequenzen  für Natur und Umwelt hat.

Bedrohte Arten: Warum die Jagd sie nicht schützt, sondern gefährdet

Der Fuchs wird  als vermeintlich Schuldiger für den Rückgang der Arten bekämpft. Dabei werden die wahren Gründe für das Aussterben vieler Tierarten verschwiegen. Der Klimawandel mit seinen  fehlenden oder verschobenen Jahreszeiten, die Zerstörung von Lebensräumen durch den Bau von Straßen, Siedlungen, Gewerbegebieten usw., der Einsatz von Pestiziden in Landwirtschaft und Privatgärten, schwindendes Nahrungsangebot durch Monokulturen und das Insektensterben. Nicht zuletzt die Jagd im In- und Ausland sowie in dem Zusammenhang die Bevorteilung jagdbarer Arten durch einseitige Renaturierungs- und Hegemaßnahmen.

Wildkrankheiten: Jagd ist keine Lösung, sondern Teil des Problems

Durch die Jagd auf Füchse werden etablierte Sozialstrukturen zerstört, die Tiere kommen in, teils aggressiveren Kontakt, mit mehr anderen Füchsen als üblich. Dadurch steigt die Infektionsgefahr. Ebenso steigt die Anzahl an Jungfüchsen durch den massiven Anstieg des Abschusses von Altfüchsen an. Auf der Suche nach einem eigenen Revier durchstreifen sie große Areale und können Krankheiten so weit verbreiten.

In Luxemburg ist die Fuchsjagd bereits seit 2015 verboten. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Alle Argumente der Jägerschaft für den Abschuss wurden widerlegt. Die Population ist stabil geblieben und es gab weder im Wildbestand noch bei den Menschen die befürchteten Krankheiten. Im Gegenteil, der Fuchs ist so etwas wie die Gesundheitspolizei des Waldes. Er ist es, der Schädlinge (z.Bsp.  Mäuse und Ratten) vertilgt und so vor deren Ausbreitung schützt.

Keine Jagd mehr auf Füchse!


Auch Sie können den Füchsen helfen, indem Sie die Petition gegen Wiedereinführung der Bau- & Fallenjagd, für die Schonung von Füchsen & bedrohten Arten in NRW! an Ministerin Schulze-Föcking senden und somit fordern, die Fuchsjagd zu stoppen.

Erläuterungen und Quellenangaben finden Sie hier: Bitte hier klicken!

Interessiert an weitergehenden Informationen zum Thema Fuchs? Das Aktionsbündnis Fuchs freut sich über einen Besuch auf seiner Seite!