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Ostern

... besser ohne Kaninchen

Pressemeldung

10.04.2017

Da Mastkaninchen nach wie vor meist unter tierschutzwidrigen Bedingungen gehalten werden, rät der Deutsche Tierschutzbund vom Verzehr von Kaninchenfleisch ab. Etwa 30 Millionen Kaninchen werden jedes Jahr in Deutschland gegessen – zu Ostern ist die Nachfrage besonders groß. Ebenfalls beliebt sind Kaninchen als Ostergeschenk. In Baumärkten und Zoohandlungen, im Internet oder auf Kleintiermärkten werden sie für wenig Geld angeboten. Von unüberlegten Geschenken sollte man jedoch absehen.

„In der Kaninchenmast werden noch nicht einmal die grundlegenden Bedürfnisse der Tiere gestillt“, erklärt Dr. Esther Müller, Fachreferentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Kaninchen leben zusammengepfercht in Gitterkäfigen in schlecht belüfteten Hallen. Mit der Idylle vom hoppelnden Kaninchen auf der grünen Wiese hat dies nichts zu tun.“ Die Käfighaltung führt bei den Tieren zu Pfotenverletzungen und Pfotengeschwüren. Hinzu kommen Verhaltensstörungen, wie Aggressivität oder Stereotypien, die durch das mangelnde Platzangebot und nicht ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten hervorgerufen werden. Zudem schwere Verdauungsstörungen als Folge des völlig ungeeigneten Futters. Die 2014 in Kraft getretene Kaninchenverordnung brachte keine weitreichenden Verbesserungen: Nach wie vor ist die Käfighaltung ohne Freilauf gang und gäbe. „Vegane oder vegetarische Osterspeisen sind da die bessere Alternative und der direkteste Weg zu mehr Tierschutz“, sagt Müller. Wer dennoch Kaninchenfleisch kaufen möchte, sollte Fleisch im Biomarkt oder von privaten Erzeugern kaufen, die eine artgerechte Haltung und Fütterung sowie kurze Transportwege zum Schlachter vorweisen können.

Als Geschenk für Kinder ungeeignet

Gerade zu Ostern sind Kaninchen auch als Geschenk für die Kleinsten beliebt. Neben Hasen aus Stoff und Schokolade landen viele echte Kaninchen in den Osternestern – günstig erworben und mit dem Vorurteil, die Tiere seien unproblematisch und einfach zu halten. Dabei sind Kaninchen als Heimtier für Kinder denkbar ungeeignet, denn ständiges Hochheben, Streicheln und Knuddeln bedeuten Stress für die Tiere. Zudem unterschätzen viele, dass Kaninchen zehn Jahre und älter werden und es mit einem kleinen Käfig im Kinder- oder Wohnzimmer nicht getan ist. Die Tiere brauchen viel Auslauf und müssen als soziale Tiere mindestens zu zweit gehalten werden. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt daher, sich vorab gründlich über die Bedürfnisse von Kaninchen zu informieren und sich nicht zu Spontankäufen verleiten zu lassen. Sollte nach gründlicher Überlegung die Entscheidung für Kaninchen als neue Heimtiere gefallen sein, empfiehlt sich ein Gang ins Tierheim, hier warten tausende auf ein neues Zuhause.

 

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