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Entscheidung

...des Bonner Umweltausschusses

Pressemeldung

15.03.2017

Deutscher Tierschutzbund und Bonner Tierschutzverein sprechen sich für Pferdeverbot im Karneval aus

Der Bonner Umweltausschuss entscheidet heute über ein Verbot von Pferden im Rosenmontagszug. Dem vorausgegangen war ein Unfall mit zwei Kutschpferden in Bonn; in Köln brach ein Tier zusammen. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich mit einem Anschreiben an den Ausschussvorsitzenden gewandt; ebenso appellierte der Tierschutzverein Bonn und Umgebung an die Ausschussmitglieder, für ein Verbot zu stimmen. Aus Tierschutzsicht stellt das Mitführen von Pferden ein unnötiges Risiko für die Tiere und für Zuschauer dar.

„Bei lauter Musik und Gegröle werden die Tiere körperlich und nervlich stark strapaziert. Längst nicht jeder Pferdebesitzer oder Reiter nimmt sich die Zeit oder ist dazu in der Lage, sein Pferd ausreichend auf diese besondere und außergewöhnliche Situation des Karnevals vorzubereiten“, sagt Marius Tünte, Pressesprecher des Deutschen Tierschutzbundes. „Auch bei guter Vorbereitung und Gewöhnung bleibt ein Karnevalsumzug eine äußerst große Belastung für die Tiere. Der Kollaps des Pferdes im diesjährigen Kölner Rosenmontagszug und das Durchgehen zweier Kutschpferde in Bonn haben das eindrücklich gezeigt.“

„Obwohl die Vorfälle in Bonn und Köln in diesem Jahr noch glimpflich verliefen, sollte man die Möglichkeit, dass Karnevalisten und Tiere schwerer zu Schaden kommen, für die Zukunft ausschließen“, sagt Barbara Töpfer, Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins Bonn und Umgebung. „Pferde im Karneval mögen Tradition sein, doch sollte man auf nicht mehr zeitgemäße Traditionen, die zu Lasten der Tiere gehen, lieber verzichten.“

Risiko nicht kalkulierbar

Vor allem das Handeln von umstehenden Personen ist beim Karneval kaum kalkulierbar. Als Fluchttiere können Pferde äußerst schreckhaft reagieren – etwa auf einen lauten Knall, einen Klaps oder Schlag oder eine Konfetti-Pistole. Häufig wird sich daher mit der Ruhigstellung der Pferde beholfen. Verbote der Sedierung, etwa in Köln, zeigten in der Vergangenheit kaum Erfolge. Immer wieder sind in Karnevalsumzügen durch Medikamente ruhiggestellte Pferde im Einsatz. Auch für Menschen besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr: Das Risiko, dass Pferde nervös werden und auf den oft engen Wegen die Jecken am Straßenrand verletzen, ist hoch.

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